Konsumverhalten

BUY LESS,

 

CHOOSE WELL,

 

MAKE IT LAST.

Kaufe wenig, wähle sorgfältig, Pflege es.       Vivienne Westwood.

Lebensphasen eines Schuhes, Neu und 8 Jahre später, vor und nach der Reparatur mit Pflege.

Weniger ist mehr. Je intensiver man sich mit der Problematik befasst, desto schlüssiger wird die Erkenntnis, das man mit wenigen hochwertigen Schuhpaaren langfristig einfach weiter kommt. Man hat sowieso nur zwei Füße.

Gut investiert, lässt sich mit hochwertigen Schuhen sogar Geld sparen. 

Mode, Kleidung und Nachhaltigkeit

Leider befassen sich nur wenige Konsumenten "warenkundlich" mit dem Thema Schuh. Den meisten ist es wichtiger, welche Schuhe von welchen Prominenten oder erfolgreichen Hochleistungssportlern getragen werden. Schuhmarken machen sich dies zu nutze und stecken viel Geld in häufige Werbespots und teure Werbeverträge. Ergebnis sind Schuhe, deren Preis zum Großteil aus Werbekosten besteht. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, zählen wir hier  prominente Beispiele auf, die - ohne teuren Sponsorenvertrag - nachhaltiges Konsumverhalten zu Markte tragen:

 

 

Steve Jobs ist leider nur für seine technischen Innovationen berühmt geworden. Ebenso bekannt, aber leider unbeachtet war sein nachhaltiger Kleidungsstil, der bei kluger Auswahl hochwertiger Stücke ein Minimum an Ressourcen verbrauchte:

  • Immer derselbe schwarze Rollkragenpullover
  • Immer dieselbe Jeans
  • Immer dieselbe Brille
  • Immer dieselben Schuhe. 

Da er Größe 14 ( 50) benötigte, war er in der Auswahl der Schuhen leider etwas eingeschränkt. Schade dass er Plastikturnschuhe trug, da bekommt man schnell Schweißfüße drin. Vielleicht war er deswegen manchmal so schlecht gelaunt? ->giga Steve Jobs: Jeans, Brille, Pullover 

 

Prinz Charles trägt noch heute Schuhe, die er sich 1971 gekauft hat. Eine seiner Jacken hat er 1969 erstanden. "It is extraordinary how fashions change, and, speaking as someone who, on the whole, hates throwing away things without finding another use for them or mending them, I couldn't be more delighted if, at last, there is a growing awareness of the urgent need to get away from the 'throwaway society' and to move towards a more 'circular' type of economy."

 

„Es ist erstaunlich, wie sich die Moden ändern und als jemand, der es im Allgemeinen hasst, Dinge wegzuwerfen, ohne eine andere Verwendung für sie zu finden oder sie zu reparieren, könnte ich nicht glücklicher sein, wenn es am Ende ein wachsendes Bewusstsein für die dringende Notwendigkeit gibt, von der „Wegwerfgesellschaft" wegzukommen und sich hin zu einer eher „zirkulären" Art der Wirtschaft zu bewegen. 

 

Was die Vielzahl der vielen Anzüge angeht, war Steve Jobs noch einen Ticken nachhaltiger als Prince Charles. Dafür kann dieser bei seinen genähten Lederschuhen punkten, die sich gemessen an der ressourcenschonend vielfach längeren Tragedauer eines Tages auch auf der Müllkippe besser machen. Ein Bild seiner über 50 Jahre alten, häufig reparierten Schuhe - mit Riester, so heißt der Lederflicken beim Schuster - finden Sie auf ->Fokus Prince Charles

 

 

Ressourcenverschwendung

Etwa 300 Mio. Paar Schuhe werden derzeit jährlich in Deutschland an ca. 80 Mio. Einwohner verkauft. 

Im Jahr 2015 wurden nach vorläufigen Ergebnissen 68,6 Millionen Paar Sportschuhe mit einem Oberteil aus meist synthetischen Spinnstoffen zu einem Gesamtwert von 1,1 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) vor dem Start der Olympischen Sommerspiele am 5. August in Rio de Janeiro weiter mitteilt, wurden damit im Jahr 2015 rechnerisch für etwas über 80 % der Einwohner Deutschlands Sportschuhe (zum Beispiel Lauf-, Tennis-, Basketballschuhe) importiert. 

 

Insgesamt zeigt sich die Dominanz der asiatischen Schuhmacher: 30,7 Millionen Paar Sportschuhe kamen im Jahre 2015 aus China. Daneben spielte auch Vietnam und Indonesien eine nennenswerte Rolle: Aus Vietnam stammten 19,0 Millionen Paar und aus Indonesien 8,5 Millionen Paar der nach Deutschland importierten Sportschuhe.

 

Im Zehn-Jahres-Vergleich gab es eine enorme Steigerung in der Gesamteinfuhr: 2006 waren noch 18,5 Millionen Paar Sportschuhe für 207,8 Millionen Euro nach Deutschland importiert worden. -> destatis

Das für den Grimme Online Award nominierte Autorenteam Flip ist dieser Frage mit einer  "Sneakerjagd" nachgegangen, hat Sneaker mit GPS-Sendern versehen und den Weg nachverfolgt. 

  

ZARA bietet in Zusammenarbeit mit dem roten Kreuz Sammelboxen "für ein neues Leben/um getragene Kleidung sinnvoll zu verwerten/Gut für die Gesellschaft. Gut für die Umwelt" lauten die Versprechungen. Eingeworfen von Jan Delay, landen seine Sneaker 7 Tage später bei einem Entsorgungsunternehmen für Bauschutt u. a.

 

Sein Kommentar "...Krass zu sehen, wie multinationale Konzerne keinerlei Hemmungen haben sich mit solchen Aktionen grünzuwaschen ...".

 

Auf der Webseite finden sich unzählige weiter Beispiele mit prominenten Schuhmarken von prominenten Personen und verschiedenen Recyclingmöglichkeiten. Allen gemeinsam ist, das nichts davon wirklich funktioniert. 

 

Die Firma Texaid in Apolda sortiert täglich 350.000 Kleidungsstücke, 12.000 davon sind Schuhe. Verwertbare Schuhe werden Second-Hand verkauft, der Großteil wird nach Asien und Afrika "exportiert". Kaputte Schuhe wandern in die Müllverbrennungsanlage. Nichts von alle dem ist "Recycling". 

 

Fazit: Alte, kaputte Schuhe gehören in den Restmüll. Alles andere verursacht durch unnötigen Transport nur zusätzliche CO2-Emissionen. https://sneakerjagd.letsflip.de/

Greenpeace-Studie „Wegwerfware Kleidung“ von 2015

"Spätestens nach drei Jahren werden mehr als die Hälfte der Oberteile, Hosen und Schuhe ausgemustert". Meist wegen Verschleiß, was angesichts von Änderungsschneidereien und Schuhreparaturbetrieben eigentlich sehr verwunderlich und obendrein unnötig  ist. 

 

Über die Hälfte der Befragten sortiert Schuhe nach spätestens drei Jahren aus.


Bei 300 Mio. Paar jährlich verkaufter Schuhe kommt man beim Hochrechnen dieses Konsumverhalten auf über 1 Mrd. Paar Schuhe, die in den Schuhschränken von 80 Mio. Einwohnern stehen. Somit hätte jeder Bundesbürger 14 Paar Schuhe im Schrank, von denen er immer nur ein Paar tragen kann. 

Studie der Verbraucherzentralen

https://www.vzbv.de/pressemitteilungen/wegwerfschuhe-ein-problem-fuer-verbraucherinnen-und-umwelt

Sehenswerter Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit und Schuhe. HR Fernsehen - Alles Wissen vom 9.6.2022