Reparaturbonus

Bekannt ist der Reparaturbonus bei Elektroartikeln. Versäumt wurde bis jetzt, ihn auf Schuhe und Bekleidung auszuweiten. Denn Im Gegensatz zu KFZ oder Fahrradreparaturen übersteigen schon kleine Reparaturen bei diesen Artikeln den Neubeschaffungspreis. Das ist bei hochwertigen Smartphones, E-Bikes oder Autos derzeit nicht der Fall.

 

Bei einer Schuhreparatur profitiert nicht nur der Besitzer, sondern auch der Rest der Gesellschaft, da Müll eingespart wird und Ressourcen geschont werden. Es ist also fair, das alle Profiteure sich an den Kosten beteiligen und neue Schuhe weiterhin günstig bleiben.

 

Wird der Reparaturbonus nicht genutzt, kostet er auch nichts. Der Bonus basiert auf Freiwilligkeit ohne staatlich Zwang.

 

Den anfallenden Kosten steht die Schaffung neuer, nachhaltiger Arbeitsplätze im Inland und die Sicherung bestehender Existenzen gegenüber. Nicht nur bei den Dienstleistern selbst, auch bei Zuliefererbetrieben.

 

Die Signalwirkung einer staatlichen Förderung könnte die Wettbewerbsfähigkeit von Reparaturdienstleistungen und deren Wertschätzung erhöhen. Durch Nutzung bestehender und Entwicklung neuer reparaturfreundlicheren Designs würden weniger reparaturfreundliche Produkte Marktanteile verlieren. Positive Umweltwirkungen wie Abfallvermeidung, Ressourcen- und CO2-Einsparungen, sinkende Luft-, Wasser-, Bodenbelastung wären die Folge.

 

Erst eine drastische Senkung des Reparaturpreises stellt zwischen der billigen Produktion im Ausland und der Reparatur im Hochlohnland Deutschland einen wirtschaftlichen Ausgleich her. Mittlerweile ist die Diskrepanz zu einer hochwertigen Reparatur mit nachhaltig hergestellten Materialien in Relation zum Neupreis so hoch, dass eine Mehrwertsteuersenkung bei Schuhen noch keinen ausreichenden Ausgleich herstellen würde.

 

Selbstverständlich sollte der Schuh-Reparaturbonus nur auf nutzungsdauerverlängernde  Reparaturleistungen wie Weiten, Futter, Kleben, Riester, Absätze und Sohlenreparaturen ausgelegt werden. Maßgeblich sollte der Nutzen durch Schonung von Ressourcen für Umwelt und Allgemeinheit sein.

 

Die Erstattung von derzeit 50 % der Reparaturkosten von unabhängiger Stelle, z. B. gegen Vorlage des Kassenbons, verringert die Reparaturkosten spürbar und würde auch lohnintensive Schuhreparaturen wirtschaftlich gegenüber den Neupreis wieder attraktivieren. Gefördert werden in Thüringen beim Reparaturbonus 2.0 seit Juni nur Elektroreparaturen mit einer Förderhöhe von bis zu 100 Euro. → Thüringen (https://www.reparaturbonus-thueringen.de/)  

Abgerechnet wird in Verbraucherzentralen.

 

Österreich ist die Umwelt ein bisschen mehr wert, dort beträgt die Förderhöhe bis zu 200 Euro. Hier wird vorher online eine "Reparaturbon" beantragt, heruntergeladen und direkt vor Ort beim registrierten Reparaturbetrieb eingelöst.  -> Österreich  (https://www.reparaturbonus.at/) 

 

Durch Begrenzung von jährlicher Höhe, Erstattungsbetrag und Einschränkung der zu fördernden Arbeiten werden die Kosten für diese Maßnahme gesteuert. Derzeit leider nur für Elektrogeräte. Jetzt müsste dringend an Schuhreparaturen erinnert werden!

 

 

Umweltfreundliches Verhalten würde belohnt. Dabei kann die Gesellschaft gar nicht verlieren, denn wenn das freiwillige Angebot nicht genutzt wird, entstehen auch keine Kosten. Die Kosten der Müllbeseitigung zahlen wir derzeit aber noch alle miteinander, bisher allerdings ohne Lenkungswirkung. Durch den Reparaturbonus würden die Kosten im Endeffekt erstmals den Verursachern zugeschoben.

 

Schon bestehendes oder nachhaltiges Verhalten würde hingegen erstmalig auch belohnt und gefördert.

 

 

Ganz nebenbei fällt dem Staat hier ein äußerst wirksames Mittel zur Bekämpfung der Schwarzarbeit in die Hand. Denn trotz Bonpflicht hat beim Schuhmacher kein Kunde Interesse an einem Bon: „Das kann ich sowieso nirgends absetzen“. Ein Reparaturbonus könnte hier für mehr Fairness sorgen.

✅ Marktwirtschaftliches Instrument  für nachhaltige Dienstleistungen

 

✅ Spürbare Preissenkung

 

✅ Wirkt sofort

 

✅ Schafft Arbeitsplätze und sichert die Existent der Bestehenden.

 

✅ Keine Mitarbeit des Handels oder der Schuhhersteller nötig

✅ Höhe der Förderung kann kontrolliert werden.

 

✅ Subvention im konkreten Einzelfall, kein Gießkanneneffekt
 

✅ Bekämpfung der Schwarzarbeit durch Nachfrage von Bons

 

✅ Stärkung inländischer Produktions- und Arbeitsbedingungen und Zulieferer

 

✅ Kein zusätzlicher Aufwand für Reparaturbetriebe

 

⛔ Aufwand für Verwaltung, Prüfung und Abrechnung. Wird in Thüringen von Umweltministerium und Verbraucherzentralen durchgeführt.

 

Wo kann ich unterschreiben?

Hier! 😉


Argumente

Seit Jahrzehnten versuchen die Schuhmacher, den Wettbewerb zum günstigen Neupreis für sich zu entscheiden, um den Kunden nicht zu verlieren. Seit einigen Jahren sind Schuh so günstig, das den mit dieser Problematik alleingelassenen Schuhmacher nur noch wenige überzeugte Kunden bleiben, von guter Qualität und nachhaltigem Konsum überzeugte Kunden bleiben.

 

Die unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten zur Senkung der Reparaturpreise im Schuhmacherhandwerk sind mehr als ausgeschöpft.

 

Bei mehreren Reparaturen am selben Schuh ist es bei vielen Schuhmachern schon lange üblich, eigentlich kostenpflichtige Zusatzarbeiten kostenlos oder wenigstens rabattiert auszuführen, um den Gesamtpreis nicht weiter zu verteuern. Dies ist im Endeffekt eine Rabattierung, die den ohnehin niedrigen Stundensatz zusätzlich schmälert. Auf eigene Kosten. 

 

In Einzelfällen wird auch die Möglichkeit genutzt, statt der eigentlich indizierten Reparatur eine qualitativ nachteiligere, aber günstigere Reparaturvariante durchzuführen.

 

Die Verarbeitung des teuren Rohmaterials Leder zwang den Schuhmacher auch schon immer zum nachhaltigen Umgang mit Material und Ressourcen. Die Reste der Sohlenreparaturen werden bspw. nicht entsorgt, sondern für Sohlenausbesserungen an der Spitze oder als Unterbau verwendet. Für weitere Sparmaßnahmen ist nicht mehr viel Spielraum gegeben, man kann schlecht auf den Zweitwagen verzichten, wenn man schon gar keinen mehr hat.

 

Dies alles angesichts steigender Ladenmieten und Energiekosten. Und obendrein sind kürzlich die Materialpreise um bis zu 60% gestiegen. Und die Lohnkosten müssen ebenfalls an die Inflation angepasst werden. Reparaturen werden also nur noch teurer.

 

Aus 5-Mann-Betrieben wurden Soloselbstständige, für die es deutlich schlechter als für die Gesamtwirtschaft läuft (→ Ifo-Institut). Selbstständige bleiben mitunter die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge für ihre Rentenversicherung, in manchen Fällen sogar für die Krankenversicherung schuldig. 

 

Mit den Marktpreisen für Schuhreparaturen – die von seriös kalkulierten Preisen mitunter weit entfernt sind – ist das Schuhmacherhandwerk gesamtwirtschaftlich schon in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, dennoch müssen sie neben der Einkommenssteuer (der fallweise teuersten Unternehmenssteuervariante) auch noch den vollen Umsatzsteuersatz auf Ihre Produkte aufschlagen. 

 

Da viele Reparaturarbeiten wie z. B. Näharbeiten quasi überhaupt keine Materialkosten verursachen, sondern zu nahezu 100% aus anteiliger Ladenmiete, Gemeinkosten und vor allem Lohnkosten bestehen, findet der prinzipiell mögliche Vorsteuerabzug als steuerreduzierende Verrechnungsmöglichkeit bei lohnintensiven Arbeiten gar keine Anwendung. 

 

Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Benefits und der wirtschaftlich angespannten Lage der verbliebenen Schuhreparaturbetriebe ist eine Reduzierung oder Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Reparaturdienstleistungen dringend geboten.

Die einmalige Mehrwertsteuersenkung für den Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 hat die Betriebe spürbar entlastet. Für eine spürbare Belebung des Verkaufs von Schuhreparaturen hat diese – dafür viel zu geringe – Entlastung des Verbrauchers aber nicht gereicht. 

 

Schuhreparaturen lassen sich nicht bewerben. Sie sind ein Bedarfsartikel, der erst bei Schaden am Schuhe nachgefragt wird, und müssen sich dauerhaft und jederzeit wirtschaftlich lohnen.

 

  • Mit der Schließung von Filialen,
  • Mitarbeiterreduzierung,
  • rationelleren Arbeitsweisen,
  • ausweichen auf billigeres Material
  • ausweichen auf günstigere Reparaturvarianten
  • "Verschenken" von zusätzlichen Arbeiten
  • technischen Neuerungen,
  • Senkung der Lohnkosten,
  • handwerksfremden Zusatzangeboten wie Schlüsseldienst, Taschen-/Gürtelreparaturen

 

Warum sollte ich mit meinen Steuergeldern mitfinanzieren, das andere Ihre Schuhe reparieren lassen?

  • Weil Sie davon profitieren, das Ihre Umwelt geschützt wird.
  • Weil andere Ihre Schuhreparatur mitfinanzieren. Probieren Sie es aus!